Dokumentation Gedenkstätten

Die Gedenkstätten im Anhalt-Dessau
Das Bölke Grabmal auf dem Ehrenfriedhof in Dessau enthält auf der Rückseite ein Relief des Dessauer Künstlers Walter Kieser

Diese Seite begann als Dokumentation aller Gedenkstätten und Kriegerdenkmale auf dem Gebiet des "Wörlitzer Winkel" und wird zurzeit auf das Gebiet Anhalt-Dessau erweitert.

Der "Wörlitzer Winkel" besteht historisch aus den Städten Wörlitz und Oranienbaum sowie den Gemeinden Horstdorf, Kakau, Riesigk, Griesen, Vockerode, Goltewitz, Rehsen und Vockerode. Zusätzlich wurden bisher die Gedenkstätten und Kriegerdenkmale der angrenzenden Gemeinden Schleesen, Klieken, Jüdenberg, Möhlau, Seegrehna, Selbitz und Bergwitz mit in die Dokumentation aufgenommen.

Die hier vorgestellten Gedenkstätten und Kriegerdenkmale erinnern nicht nur an die Opfer der beiden Weltkriege sondern auch an die Gefallene früherer Kriege und an die Gewaltopfer während des Nationalsozialismus und der Stalinistischen Gewaltherrschaft nach 1945. In der Hoffnung, mit der Erinnerung an die Opfer, etwas gegen das Vergessen der schrecklichen Ereignisse unternehmen zu können wurden diese Seiten gestaltet.

"Wir alle hoffen und wünschen, dass wir keines weiteren Denkmals für neue Gefallene bedürfen!" (Dr. Frank Dittmer in seiner Veröffentlichung "Krieg und Frieden in Oranienbaum")

Viel Spass beim Stöbern wünschen Dirk und Ines Schröter.

Geschichte der Kriegerdenkmale in Deutschland

Die ersten Kriegerdenkmale, welche nicht nur an Feldherren oder Offiziere erinnerten, entstanden erst seit der französischen Revolution 1789 und den anschließenden Koalitionskriegen bis 1815. Durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und die damit verbundene sehr hohe Anzahl der Opfer waren breite Massen der Bevölkerung vom Krieg betroffen.
Auf die Einführung des "Eisernen Kreuzes" am 10. März 1813 durch Friedrich Wilhelm III als Orden, welcher auch einfachen Soldaten verliehen werden konnte folgte am 05. Mai 1813 der Erlass der "Verordnung über die Stiftung eines bleibenden Denkmals für die, so im Kampfe für Unabhängigkeit und Vaterland blieben". In ihr heißt es u. a.: "§. 1. Jeder Krieger, der den Tod für das Vaterland in Ausübung einer Heldenthat findet, die ihm nach dem einstimmigen Zeugnis seiner Vorgesetzten und Kameraden den Orden des eisernen Kreuzes erworben haben würde, soll durch ein auf Kosten des Staats in der Regimentskirche zu errichtendes Denkmal auch nach seinem Tode geehrt werden. ... §. 3. Außerdem soll für a l l e, die auf dem Bette der Ehre starben, in jeder Kirche eine Tafel auf Kosten der Gemeinden errichtet werden, mit der Aufschrift: Aus diesem Kirchspiele starben für König und Vaterland: Unter dieser Aufschrift werden die Namen aller zu dem Kirchspiel gehörig gewesenen Gefallenen eingeschrieben. Oben an die, welche das eiserne Kreuz erhalten, oder desselben würdig gewesen wären."
Bei den bis 1945 entstandenen Kriegerdenkmalen verweisen die Denkmalinschriften auf die Tugenden der Soldaten wie z.B. Tapferkeit, Mut, Vaterlandsliebe, Treue, Opferbereitschaft, Kameradschaft und Pflichterfüllung bis in den Tod. Nach dem Zweiten Weltkrieg rückte die Rolle der Gefallenen als Kriegsopfer in den Vordergrund.

Übersichtskarte der Gedenkstätten in Anhalt-Dessau

Diese Übersichtskarte soll einen kurzen Überblick über die Standorte der Gedenkstätten und Kriegerdenkmale geben.

Kriegerdenkmal in Wörlitz

Das 1903 eingeweihte Kriegerdenkmal befindet sich an zentraler Stelle auf dem Markt in Wörlitz. Das Denkmal wurde vom Kriegerverein Wörlitz in Auftrag gegeben und finanziell durch eine Geldstiftung der Baronin Julie von Cohn-Oppenheim aus Dessau finanziert. Es ist das einzigste Kriegerdenkmal im Wörlitzer Winkel, welches neben den Namen der Gefallenen der beiden Weltkriege auch derer aus dem Deutsch-Französischen Kriege trägt.

Kriegerdenkmal in Wörlitz
Kriegerdenkmal in Oranienbaum

Neben dem Gedenkfeld für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges befindet sich in Oranienbaum auch ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Deutsch-Russische Waffenbrüderschaft von 1813. An die Gefallenen des 1. Weltkrieges erinnern zwei Holzskulpturen in der evangelischen Kirche. Zum Gedenken an die Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus befindet sich auf dem Friedhof eine Gedenkstätte.

Kriegerdenkmal in Oranienbaum
Kriegerdenkmal in Horstdorf

Das um 1920 eingeweihte Kriegerdenkmal befindet sich direkt neben der Kirche im Dorfzentrum. Es erinnert an die Opfer der beiden Weltkriege. Eine Besonderheit bildet die Nennung von Opfern für den Zeitraum 1945 - 1949.

Kriegerdenkmal in Kakau

Das Kriegerdenkmal befindet sich in unmittelbarer Nähe des örtlichen Friedhofes. Auf den Tafeln sind die Namen und die Daten der der Gefallenen des Ersten Weltkrieges verewigt. Von den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges finden sich nur die Namen auf dem Denkmal.

Kriegerdenkmal in Riesigk-Rothehof

Das Kriegerdenkmal befindet sich direkt auf dem Dorfanger im Ortsteil Rothehof unweit der Kirche. Es handelt sich ein sehr schlichtes Denkmal, auf dem mehrere Gedenktafeln mit Namen von 32 Gefallenen beider Weltkriege angebracht sind.

Kriegerdenkmal in Griesen-Münsterberg

Zu finden ist das Kriegerdenkmal an der ehemaligen B107 und heutigen L133 kurz hinter der Orteinfahrt aus Richtung Vockerode an einem Teich. Auf der Gedenktafel sind die Daten und Namen von 19 Opfern des Ersten Weltkrieges verewigt.

Kriegerdenkmal in Vockerode

In Form und Gestaltung findet sich das einfachste Kriegerdenkmal in Vockerode. Zu finden ist es auf dem Nelsonhügel direkt auf dem Elbwall am Ende der Elbreihe. Auf dem Findling sind 10 Namen der Opfer des Ersten Weltkrieges verewigt.

Kriegerdenkmal in Goltewitz

Mitten im Ort, der jetzt Stadtteil von Oranienbaum ist, steht auf dem Dorfanger das Kriegerdenkmal. Ursprünglich zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet wurden später auch die Namen der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen verewigt.

Kriegerdenkmal in Rehsen

Das Kriegerdenkmal steht direkt an der östlichen Friedhofsbegrenzung im Ortszentrum. Auf den Gedenktafeln sind die Namen und teilweise auch die Daten von 38 Gefallenen aus beiden Weltkriegen verewigt. Das Denkmal ist sehr aufwendig gestaltet.

Kriegerdenkmal in Gohrau

Das Kriegerdenkmal befindet sich mit seiner sehr schönen Anlage direkt auf dem Dorfanger in Gohrau. Auf den Gedenktafeln sind 41 Namen von Opfern beider Weltkriege verewigt. Das denkmal befindet sich in einem seh guten Erhaltungszustand.

Gedenkstätten und Kriegerdenkmale in angrenzenden Orten

Auch in den Gemeinden, welche direkt an die Verwaltungsgemeinschaft Wörlitz grenzen, finden sich in fast allen Orten Kriegerdenkmale, welche an die Gefallenen der Weltkriege erinnern. Zur Vervollständigung dieser Dokumentation sollen hier die Denkmale der Gemeinden Schleesen, Klieken, Jüdenberg, Möhlau, Seegrehna und Selbitz kurz vorgestellt werden. So kann auch verdeutlicht werden, dass teilweise baugleiche Denkmale geschaffen worden. So sind die Kriegerdenkmale in Seegrehna und Horstdorf (ursprünglichen Form) identisch. Auch die Denkmale der Gemeinden Schleesen, Selbitz, Gohrau und Griesen sind von der Form der Gestaltung sehr ähnlich.

Kriegerdenkmal in Schleesen

In unmittelbarer Nähe zur Kirche, direkt an der Hauptstraße findet sich das Kriegerdenkmal der Gemeinde Jüdenberg. Es handelt sich um eine Anlage aus Feldsteinen. Erinnert wird an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnert.

Kriegerdenkmal in Möhlau

In der Ortsmitte unweit der örtlichen Kirche findet sich das Kriegerdenkmal der Gemeinde Möhlau. Ein einfacher Findling mit einer Tafel, welche die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen enthält.

Kriegerdenkmal in Schleesen

Das Kriegerdenkmal befindet sich direkt auf dem Friedhof in Schleesen. Auf den Gedenktafeln sind 27 Namen von Opfern des Ersten Weltkrieges verewigt. Ebenfalls in Schleesen befindet sich eine Gedenkstätte zur Erinnerung an 14 von der SS ermordeten sowjetischen Staatsbürgern.

Kriegerdenkmal in Klieken

Direkt auf dem Friedensplatz befindet sich das Kriegerdenkmal der Gemeinde Klieken. Auf dem Denkmal sind, auf einer metallenen Tafel, die Namen und Daten der Gefallenen des Ersten Weltkrieges verewigt. Das Denkmal befindet sich leider in einem schlechten baulichen und optischen Zustand.

Kriegerdenkmal in Seegrehna

Das Kriegerdenkmal befindet sich in unmittelbarer Nähe zur wunderschönen Kirche der Gemeinde. Das Denkmal befindet sich im Originalzustand und trägt eine Tafel mit den Namen von 39 Opfern des Ersten Weltkrieges.

Kriegerdenkmal in Selbitz

Mitten im Dorf befindet sich das Kriegerdenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges direkt neben der örtlichen Kirche. Obwohl von der Form her nicht ungewöhnlich gibt es doch eine Besonderheit an diesem Denkmal.